
|
Für mich war die Predigtvorbreitung sehr schwer, dieses Thema „Gottes Treue“ –denn darum geht es heute. Im Gebet und auch im Lobpreis ist mir noch mal deutlich geworden, warum das für uns so ein umkämpftes Thema ist. Oft fällt es uns schwer, sich auf diese Treue zu verlassen und zu sagen: „Gott du bist treu und was du zugesagt hast, das hältst du gewiss.“ Es fällt uns oft so schwer, daran festzuhalten. Wir sind oft so vielen anderen Stimmen ausgesetzt oder Lügen – ich werde das im Folgenden beleuchten. Wir haben in den letzten Wochen diese Predigtserie über Gottes Charakter gehabt und heute ist das letzte Thema dran: Gottes Treue. Ich hoffe, dass ihr bisher von dieser Serie profitiert habt und dass es euch vielleicht auch eine Hilfe war auf eurem Weg mit Gott, Gott besser kennen zu lernen. Denn es ist wichtig, dass unser Herz fest ist / wird in Gott, dass wir ein festes Herz haben und dass wir wissen, wer dieser Gott ist, an den wir glauben. In Vorbereitung auf dieses Thema habe ich eine ganze Menge Bibelverse nachgeschlagen. Auf zwei dieser Verse habe ich diese Predigt aufgebaut und diese zwei Verse werden sich in der Predigt immer wiederholen. Der erste ist: „Denn Gottes Wort ist wahrhaftig und was er zusagt, das hält er gewiss.“ (Psalm 33,4) und aus dem neuen Testament, dem ersten Korintherbrief: „Treu ist Gott, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus unserm Herrn“ (1. Korinther 1,9). Ich habe im Lexikon nachgeschlagen, was Treue ist. Was sagt zum Beispiel „Websters“ zu Treue? Treu sein heißt zuverlässig sein, loyal sein, beständig sein, heißt aber auch noch sorgfältig, gewissenhaft – das geht mehr so in die Richtung Pflichterfüllung. Wenn man über Treue nachdenkt, zum Beispiel in Bezug auf Freundschaften, was heißt dann „treu sein“? Wann ist man ein treuer Freund? Unter einem treuen Freund versteht man doch, dass jemand zu mir steht, dass jemand mich annimmt, so wie ich bin, dass jemand zuverlässig ist, ich mich auf die Person verlassen kann, dass er mit mir durch dick und dünn geht. Auch wenn ich manchmal vielleicht schwierig bin, schlecht zu ertragen, dass dann der andere trotzdem zu mir steht und treu ist. Oder an diejenigen, die unter euch Eltern sind: Kinder können auch unsere Treue heraus fordern, ob wir wirklich Versprechen einhalten. Wenn du deinem Kind versprichst: „Heute gehen wir ein Eis essen“ oder „Wir gehen auf den Spielplatz“ und nachher merkst du: eigentlich habe ich keine Lust, das passt mir nicht so in den Kram. Das Kind wird aber so lange rumnörgeln und sagen: „Aber Mama, oder Papa, du hast doch gesagt, wir machen heute noch das und das“. Da sind wir in unserer Treue schon herausgefordert. Und wenn man an die Ehe denkt, den Ehebund, das ist ja noch mal was anderes, wo 2 Menschen sich Treue versprechen und sagen: „Ich bin dir treu, ich geh mit dir durch dick und dünn.“ – wo Treue auch heißt, dass man diesem einen Menschen treu ist. Und wenn da ein Treuebruch stattfindet, dass eben ein anderer Partner ins Spiel kommt, dann kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen und dann ist es oft sehr schwierig für den anderen, noch treu zu sein – und gar zu sagen: „Ich bin dir treu.“ Es ist oft sehr schwierig, treu zu sein, gerade wenn der Partner untreu war. Untreue in der Partnerschaft muss nicht einmal bedeuten, dass man einander fremdgeht. Es kann genauso sein, dass zwei Menschen einfach nebeneinander herleben und sagen: „Was kümmert es mich, was du machst. Ich gehe meinen Weg, du gehst deinen.“ Das war es dann. Das Zu-dem-anderen-stehen, das Ihn-annehmen wie er ist, Für-ihn-Dasein ist dann auch nicht mehr gegeben. Wir sehen hier: Menschliche Treue ist sehr schwächeanfällig. Aber Gottes Treue übersteigt diese menschliche Schwäche. Ich selber wollte das darlegen an dem Bund, den Gott mit den Menschen geschlossen hat. Da ist mir zunächst natürlich Abraham eingefallen. Die Gestalt Abraham ist in meinem Leben in vielen Punkten ein Vorbild, an dem ich mich ausrichte, um zu sehen, dass Gott treu ist. „Gottes Treue“ habe ich als Predigtthema gewählt, weil ich dieses Thema in meinen mehr als zwanzig Jahren als Christ immer wieder schwierig gewesen ist. Gott, bist Du wirklich treu, das, was Du zugesagt hast, auch zu halten? Für mich war das oft sehr umkämpft. Wenn ich zurückblicke, gab es in meinem Leben viele Bereiche, in denen ich die Treue Gottes erlebt habe. Was Gott mir zugesagt hat, ist in vielen Punkten eingetroffen. Aber ich kenne auch diese Stimmen, die sagen: Gott, bist Du wirklich treu? Ist das, was Du in Deinem Wort zugesagt hast, wirklich wahr? So stehe ich heute nicht als jemand vor euch, der es besser weiß, sondern als jemand, der gleich euch auf dem Weg ist. Zurück zum Thema Bund: Wenn wir schon ein wenig länger dabei sind, wissen wir ja, dass Gott mehrere Bünde mit den Menschen eingegangen ist. Da ist der Noahbund mit seinem Regenbogen. Den kennen wahrscheinlich alle. Gott hatte sich nach der Sintflut verpflichtet, die Menschen nicht mehr zu vernichten. Dann gibt es den Abrahamsbund, in dem Gott Abraham zugesagt hat: „Ich will Dir Nachkommen geben, so reichlich wie der Sand am Meer“ oder „Schau in den Himmel, sieh die Sterne, so reichlich wie die Sterne, so sollen deine Nachkommen sein.“ Was ist ein Bund? Nichts anderes als heute ein Vertrag. Jeder von euch, der im Geschäftsleben steht, hat schon einmal einen Vertrag unterzeichnet. Zwei Parteien tun sich zusammen und verpflichten sich zu bestimmten Dingen. Sie treffen Vereinbarungen und verabschieden auch, was passiert, wenn Dinge nicht geschehen. Diese Konsequenzen sind vielleicht auch im Vertrag fixiert. Ich selbst arbeite in einer Unfallversicherung. Generell halten wir unsere Verträge schon ein, wenn ein Versicherer auf uns zukommt. Wenn ein Unfallopfer einen bleibenden Schaden hat, kann er damit rechnen, dass er von meiner Versicherung Geld bekommt. Auf der anderen Seite kann es aber passieren, dass ein Kunde eine Forderung an uns stellt, obwohl er seine Prämien nicht gezahlt hat. Dann kann er auch keine Leistung von uns verlangen. Noch schlimmer ist es in der KFZ-Versicherung: Wenn ihr einen Schaden mit jemandem habt, der seine Prämie nicht gezahlt hat. Ähnlich war es auch mit Gott und den Menschen. Ein Vertragspartner ist Gott und der andere war der Mensch. So hat Gott mit Abraham diesen Bund geschlossen, mit dem Inhalt, dass Gott gesagt hat: „Ich bin treu. Ich sage dir jetzt zu, dass du Nachkommen haben wirst wie der Sand am Meer.“ Abraham war zu dieser Zeit jedoch bereits 75 Jahre alt und hatte mit seiner Frau Sarah noch keine Kinder. Trotzdem hat Gott ihm zugesagt, er würde Kinder bekommen. Ich möchte dabei an zwei Episoden erinnern: Abraham wird ja immer als Vater des Glaubens dargestellt. Aber für ihn war es auch nicht immer einfach, diesem Gott zu vertrauen, wie es in Psalm 34 hieß: „Dein Wort ist wahrhaftig, und was du zusagst, das hältst du gewiss.“ Als eine Hungersnot kam, ist er mit seiner Frau Sarah nach Ägypten gegangen. „Sarah“, hat er zu ihr gesagt, „du bist eine schöne Frau. Wenn wir nach Ägypten gehen, dann sag doch einfach, du bist meine Schwester. Dann werden sie mich nicht töten.“ Schon hier sieht man, dass Abraham das gar nicht kapiert hat. Wenn Gott ihm sagt: „Du wist Nachkommen haben“, wie soll er dann in Ägypten sterben? Gott hat ihm aus der Patsche geholfen und gemeinsam haben sie Ägypten später wieder verlassen. Eine zweite Story, in der es für Abraham wohl auch lang geworden ist, und auch Sarah frustriert geworden ist, weil sie keine Kinder hatten. Sie sagte: „Nimm doch meine Magd, die Hagar. Vielleicht gebiert sie dir einen Sohn, dann haben wir Nachkommen.“ Auch da war schlecht nachvollziehbar, welche Einstellung Abraham hatte. Gott hatte ja zugesagt, dass der Nachkomme durch Sarah kommen sollte. Aber Abraham konnte denken: „Nun gut, aber ich habe wenigstens trotzdem einen Nachkommen. Wenn Gott hier nicht zu Potte kommt, dann helfe ich halt ein bisschen nach.“ Manchmal ist es schwierig zu warten, bis Gottes Zeitpunkt da ist. Abraham hat hier einfach ein wenig nachgeholfen. Er bekam dann mit Hagar einen Sohn, den Ismael. Gott griff zu einer anderen Maßnahme. Nun sagte er: „Jetzt schließe ich einen Bund mit Abraham. Jetzt machen wir die ganze Sache dingfest.“ So ist Gott Abraham wieder neu begegnet. Auch vorher schon hatte er Abraham immer wieder gesagt: „Du wirst Nachkommen haben.“ Aber für Abraham war es sehr schwierig, das zu glauben. Der Bund, den die beiden daraufhin schlossen, wurde auch besiegelt mit der Beschneidung. Mit diesem Wort „Bund“ konnte Abraham gut umgehen, denn aus seiner Lebenserfahrung heraus hatte er schon mehrere Verträge, Bünde, geschlossen, so mit anderen Sippen. Er wusste also, was es heißt, einen Bund zu haben. Ich glaube, er war sich auch klar, was das heißt, Gott als Vertragspartner zu haben. Das hat ihn noch einmal anders berührt. Es gab seinerzeit verschiedene Methoden, einen Bund zu besiegeln. Steine kamen dafür infrage, oder man gab ein Essen. Gott wollte die Beschneidung. Und Abraham dämmerte langsam, dass es mit Gott als Vertragspartner ausgeschlossen war, dass Gott diesen Bund nicht einhalten würde. Gott wird treu sein. In der Bibel ist dann auch noch erzählt, dass Abraham einen neuen Namen bekam. Vorher hieß er kurz Abram, ab diesem Zeitpunkt jedoch wurde er Abraham genannt. Das hat viel mit Identität zu tun, und wahrscheinlich ist viel in Abraham passiert, so dass er dann doch glauben konnte, was Gott ihm zugesagt hat. So hat Abraham gelernt, Gott zu vertrauen. Es ist dann ja auch passiert, dass er durch Sarah einen Sohn bekommen hat, den Isaak. Später testet Gott dann noch einmal Abrahams Treue und sagt, er solle Isaak opfern. Das war für Abraham dann kein Problem mehr, denn er wusste, Gott wird treu sein. Gott hat zugesagt, er würde Nachkommen haben und hatte ganz großes Vertrauen auf Gott. Selbst Tote könnte Gott wieder lebendig machen. Wir kennen ja die Geschichte alle: Im letzten Moment stand ein Böcklein zur Verfügung und konnte als Opfer an Isaak statt auf dem Altar geschlachtet werden. Zurück zum Vertrag: Wir kennen alle die Geschichte Israels. Vor kurzem hatten wir in dieser Gemeinde die Predigtreihe über Nehemia. Auch da hatten wir gesehen, dass die Israeliten in Gefangenschaft waren, weil sie ihrem Bund untreu geworden waren. Gott hat Konsequenzen aus diesem Bündnisbruch gezogen. Aber Nehemia hat sie dann wieder aus der Gefangenschaft herausgeholt und hat mit Ihnen Jerusalem aufgebaut. Die Geschichte endet so, dass die Israeliten sehr hingegeben waren an Gott. Aber es hat keine zwölf oder dreizehn Jahre gedauert, und dann sind sie wieder untreu geworden. Gott hat gesehen, dass der Mensch eigentlich kein angemessener Vertragspartner für sich ist. Wir Menschen können die Treue nicht halten. Immer wieder werden wir untreu. Für uns ist es schwer, Gott auch wirklich zu glauben. Manche von euch haben vielleicht bestimmte Zusagen für einen bestimmten Lebensbereich. Aber auch dem, was Gott allgemein über uns sagt, ist manchmal schwer zu vertrauen: „Ich gebe dir eine gute Zukunft“, „Ich habe gute Gedanken über dich“, „Ich habe dich lieb“, „Ich will dich versorgen“, „Ich will dich heilen“ – diese allgemeinen Zusagen zu glauben, fällt uns oft schwer. Oft wird dann eine Stimme in uns laut: „Gott, stimmt das wirklich, was du zu uns sagst? Meinst du das für mich? Bei anderen machst du es vielleicht, aber bei mir?“ Wir wissen von Abraham, dass er in einigen Punkten Gott nicht vertraut hat. Wenn man in der Bibel weiter liest, dann fällt einem auf, dass trotz der Schwächen, die Abraham hatte, er zum Beispiel im Hebräerbrief trotzdem Vater des Glaubens genannt wird. Wie kann das sein? Die Bibel sagt: Abraham glaubte Gott und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. Was Gott Abraham vorhalten könnte, nämlich dass er ihm nicht geglaubt hat, dass er mit der Magd Hagar einen Sohn gemacht, dass er gelogen hat, als er nach Ägypten gegangen ist - diese Dinge hat Gott ihm nicht vorgehalten. Gott hat gesagt: „Ich halte meinen Vertrag ein, auch wenn du untreu bist.“ Er hätte locker sagen können: „Guck mal, das und das hast du gemacht. Das war es dann.“ Auch heute noch gilt dieser Satz: „Auch wenn du untreu bist, so bin ich doch treu.“ Aber heute stehen wir in einem neuen Bund, den Gott durch Jesus geschlossen hat. Jesus steht stellvertretend für mich in diesem Bund. Stell dir mal vor, wenn in der Bibel noch ein weiteres Kapitel geschrieben worden würde – das Kapitel über dein Leben mit Gott. Kannst du dir dann vorstellen, dass in diesem Kapitel zum Beispiel stände: „Babette ist angenommen durch Jesus Christus.“ Oder „Babette war treu und deswegen bin ich auch treu.“ Oder „Manuela ist angenommen von mir. Sie ist gerecht in meinen Augen. Sie hat mir vertraut. Deswegen bin ich auch treu ihr gegenüber. Und deswegen erfülle ich auch meine Verheißungen ihr gegenüber.“ Kannst du dir vorstellen, dass das auch über dich da stehen würde? „Daniel war treu. Er ist als treu erfunden worden. Er ist angenommen.“ Über dich? Wenn man mal so ein wenig darüber nachdenkt und in sich fühlt: „Ich bin angenommen. Ich bin OK in den Augen Gottes.“ Ich glaube, da kommen dann ganz schnell auch andere Stimmen: „Aber Gott, du weißt doch, dies und jenes klappt nicht und so…“ Wenn wir Gottes Treue in unserem Leben erleben wollen, dann geht es in erster Linie darum, auf Jesus zu blicken und darauf, dass Jesus in uns lebt und er derjenige ist, der den Vertrag mit Gott für uns erfüllt hat. Wenn wir das Ganze mit einem Prozess vergleichen, dann würde die Anklage gegen uns lauten: Untreu. Das und das nicht erfüllt. Das Urteil: Schuldig. Ganz klar. Aus dieser Sache würde ich nicht rauskommen. Nun ist aber Jesus mein Stellvertreter und der Richter müsste natürlich ohne weiteres sofort sein Urteil korrigieren. Er müsste sagen: Der ist mit Jesus im Prozess, Jesus ist sein Anwalt, der hat die Schuld für ihn getragen. Er ist frei. Er ist unschuldig. Das Urteil lautet: Unschuldig. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir uns das noch mehr verinnerlichen. Gott sieht Jesus in uns. Wenn er uns anguckt, sieht er nicht als erstes unsere Verfehlungen und all das, was nicht klappt, sondern er sieht Jesus, wenn du Gemeinschaft mit Gott hast, wie es im Korintherbrief heißt: „Treu ist Gott, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus.“ Wenn du Jesus in dein Herz aufgenommen hast, wenn du Gemeinschaft mit ihm hast, dann sieht Gott Jesus in dir. Das ist der Schlüssel. Das heißt: dann bist du angenommen. Du hast deinen Teil erfüllt. Deswegen erfüllt Gott seinen Teil. Für uns ist das oft schwer zu verstehen, dass Jesus in uns lebt und Gott deshalb sagt, wir seien angenommen. Denn unsere Lebenswandels und unsere Sünden werden immer gegen uns sprechen. Aber Gott sagt: Du bist angenommen, wenn du meinen Sohn Jesus angenommen hast. Er ist am Kreuz für dich gestorben und alles, was dich von mir trennt, hat Jesus getragen. Du genügst so, wie du bist. Auf dieser Wahrheit können wir uns ausruhen. Wir brauchen auch keine Angst zu haben, dass wir irgendetwas vertuschen oder Sünde unter den Teppich kehren, wenn wir denken: Gott, da muss ich doch umkehren, weil etwas nicht in Ordnung ist. Wenn du den Blick auf Jesus richtet und weißt, Jesus lebt in dir, dann kannst du auch sicher sein, dass Gott seinen Finger auf die entsprechenden Stellen legen wird, und sagt: „Guck mal, da arbeiten wir dran, dass du da eine Veränderung erlebst.“ Es geht also nicht darum, dass wir in uns selber wühlen wegen der Dinge, sondern darum, dass ich meinen Blick auf Jesus richte und sehe, wer ich in Jesus bin. Gott hat alles für mich getan. Jesus sagt zu mir: „Ich bin angenommen. Ich genüge, so wie ich bin.“ Damit heißt es auch: Mein Part ist erfüllt. Ich bin treu, auch wenn mein Verhalten oft untreu ist. Gott ist noch treuer, als wir uns vorstellen können und wird uns noch viel mehr segnen und mehr tun, als wir uns je vorstellen können. Wichtig ist auch noch, dass unsere Treue nicht von unseren Werken abhängig ist. Wir sagen oft: „Wenn ich Gott treu sein will, dann muss ich ja die und die Pflichten erfüllen.“ Wie das in einem Vertrag eben ist. Aber nein: Jesus lebt in uns. Der ist unser Vertragspartner. Wenn wir Gemeinschaft mit Jesus haben, ist unser Part erfüllt. Unser Part ist lediglich, diese Gemeinschaft mit Jesus zu haben. Und das soll keine Pflichterfüllung sein. Wenn wir auf Abraham zurücksehen, dann heißt, Gemeinschaft mit Gott zu haben, lediglich, dass in allen Lebenssituationen an Gott festhält. Wie du das für dich ausgestaltest, bleibt dir selbst überlassen. Ob du sagst: „Ich mache jeden Tag zehn Stunden Stille Zeit“ oder nur fünfzig Minuten, oder einmal in der Woche – wie auch immer. Aber ich glaube, dass die Tendenz da ist, in den schwierigen Lebensumständen an Gott festzuhalten. Wenn man auf Abraham zurücksieht, war es auch nicht einfach. Er war schon 75, hatte keinen Nachkommen. In der damaligen Zeit guckte man wahrscheinlich immer, wie es mit Nachfahren aussah. Wer kann dich beerben? Die damalige Zeit war ja noch viel traditioneller, als man sich das heute vorstellen kann. Bestimmt war er Schmerz ausgesetzt, wahrscheinlich auch schlechter Rede, da waren Schmach und Schande. Trotzdem hat er an Gott festgehalten. Wir können natürlich auch sagen: „Mit Gott klappt das nicht. Ich versuche das jetzt woanders. Ich habe so viel mit Gott herumprobiert.“ Aber dann fallen wir aus der Gemeinschaft mit Gott. Es gilt auch in schwierigen Umständen immer Kontakt mit Gott zu bekommen und bei ihm festzumachen, auch wenn wir manchmal nicht so genau wissen, warum etwas passiert, warum sich unser Gebet nicht erfüllt, warum etwas Zeit braucht. Aber das ist es, dass wir mit Gott Gemeinschaft haben und mit ihm durch die schwierigen Umstände gehen und beständig an Gott festhalten. Ich wünsche uns, dass wir Gottes Treue erleben, so wie Abraham sie erlebt hat. Ich wünsche, dass du mit dem Herzen hören kannst, wenn Gott zu dir sagt: „Du bist angenommen. Du bist gerecht. Du bist geliebt, so wie du bist. Du bist OK. Und du genügst.“ Dass du weißt: Jesus lebt in dir. Wie die Bibel sagt: Jesus in Euch, die Hoffnung zur Herrlichkeit. Jesus hat in uns, in unserer Armseligkeit, Wohnung genommen. Das ist die Botschaft. Eine andere Bibelstelle ist mir in dem Zusammenhang auch aufgefallen. Im Hebräerbrief fordert uns der Schreiber auf, Nachahmer zu sein jener Gestalten aus der Bibel, wie Abraham, David oder Nehemia, die durch Glauben und Vertrauen und geduldiges Ausharren Gottes Treue erlebt haben und die nicht müde geworden sind, immer wieder sich auf Gott zu verlassen und die ihn immer wieder um Hilfe angerufen und so seine Treue erlebt haben. Wenn du merkst, dass du in deinem Herzen oft zweifelst, ob Gott wirklich treu ist, oder wenn du in dieser Spanne stehst, dass dir bestimmte Dinge von Gott zugesagt sind, aber nichts passiert; wenn es dir schwer fällt, dich einfach auf Gott einzulassen, dann kannst du heute für dich beten lassen oder dies selbst vor Gott bringen, dass Gott da dein Herz heilt. Du kannst ihn bitten, dir zu helfen, ihm zu vertrauen. Auf das du sagen kannst: „Gott, dein Wort ist wahrhaftig. Dein Wort ist wahr. Und was du zusagst, das hältst du ganz gewiss.“ Wenn du in deinem Herzen Zweifel hast, dann überleg mal, ob es dran ist, noch einmal zu Gott zu gehen oder hier mit jemandem zu beten. Und wenn du Jesus bisher noch nicht in dein Herz aufgenommen hast, dann überleg mal, ob es das nicht doch wert ist und du damit Anteil bekommst an all dem Guten, das Gott für dich bereit hat. All die Verheißungen, die Gott für dich bereithält. Er ist gut. Er hat gute Gedanken über dich. Er hat eine gute Zukunft, er hat eine Hoffnung für dich. Er liebt dich. Er will dich versorgen. Er will dich heilen und befreien, wo du merkst, du schaffst es alleine nicht. Du kannst zu Jesus kommen und in die Gemeinschaft mit ihm eintreten. Und wenn du Gemeinschaft mit Jesus hast, dann wirst du auch seine Treue erleben. Amen. |