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Lasst uns einmal gemeinsam überlegen, wie die Situation war, bevor Jesus auferstanden ist. Bevor er überhaupt gekommen ist. Es war eine Situation, die von Dunkelheit geprägt ist. Wie sah die Dunkelheit aus? Das Volk Gottes befand sich unter Fremdherrschaft. Es konnte sich nicht selbst verwalten. Die Römer hatten die Macht. Das Volk Gottes wurde unterdrückt. Das Volk Gottes musste Einschränkungen in Kauf nehmen. Immer wieder gibt es Aufstände, kriegerische Bedrohung, Dunkelheit. Der Glaube von Gottes Volk an Gott droht verloren zu gehen, da die Römer, die die Besatzungsmacht darstellten, mit ihrem Götterglauben die gesamte Situation beeinflussten. Auch wenn sie keine Religion vorgegeben haben. Dunkelheit. Die Verheißung Gottes für eine neue Königsherrschaft nach dem Vorbild der Blütezeit des Volkes Gottes, zu Zeiten von David und Salomo, bleiben aus. Diese Verheißungen stehen seit 600 Jahren im Raum. Das sind ungefähr 12 bis 15 Generationen zum damaligen Zeitpunkt. Nichts ist passiert. Gott scheint zu schweigen. Dunkelheit. Gott hatte einen Retter verheißen, einen Messias. Auch der hatte seit 600 Jahren auf sich warten lassen. Nichts passierte. Die Groß- und Urgroßväter der Generation um Jesus hatten darauf gewartet, schon seit Ewigkeiten. Es gab genug Leute, die gedacht haben, jetzt kommt er bestimmt. Als einhundertfünfzig Jahre vor Jesus der Makkabäeraufstand stattfand, dachten einige bereits: Ist das der Messias? Aber er war es nicht. Weitere Generationen gehen ins Land. Nichts passiert. Dunkelheit. Der Glaube an Gott zu dem Zeitpunkt, als Jesus auftritt, ist von Gesetzlichkeit geprägt. Die Erfüllung von Geboten, die sehr stark den Alltag prägen, steht im Vordergrund. Religiöse Leistung ist gefordert. Dass Gott liebt, ja Liebe ist, steht im Hintergrund. Es lässt sich zwar in der Schrift nachlesen, aber kaum im Alltag wieder finden. Dunkelheit. Die religiöse Führerschaft sorgt sich hauptsächlich um ihre eigene gesellschaftliche Position und Anerkennung. Sie wollen vor den Menschen und der Besatzungsmacht etwas gelten. Sie sind hauptsächlich an ihrer eigenen finanziellen Versorgung interessiert, anstatt Hoffnung und Hilfe für das Volk Gottes zu vermitteln, wie es eigentlich ihre Aufgabe gewesen wäre. Dunkelheit. Krankheit und soziale Not, Armut wird als Gericht Gottes betrachtet und als Lohn für die Sünde angesehen. Wer arm ist, hat bestimmt etwas Schlechtes gemacht. Oder seine Väter. Er muss gegen Gott gesündigt haben, sonst wäre er nicht so arm. Damit kam man am Besten nicht in Berührung. Man sonderte sie ab. Dunkelheit. Auf einmal strahlt ein Licht in die Dunkelheit. Jesus von Nazareth tritt auf und verkündet, das Reich Gottes sei nah. Es heißt, dass die Fremdherrschaft und die Unterdrückung zu Ende ist. Er sagt, er ist der von Gott gesandte Messias, auf den das Volk Gottes so sehnlich sechs Jahrhunderte lang gewartet hat. Licht in der Dunkelheit. Er stellt Gottes Liebe zu jedem einzelnen in den Vordergrund, und prangert Gesetzlichkeit und Ungerechtigkeit an. Gottes Liebe ist da. Gott ist nicht gesetzlich. Er ist nicht ungerecht. Licht in der Dunkelheit. Licht in der Dunkelheit. Denn Jesus lebt das, was er sagt. Er ist nicht nur ein frommer Sprücheklopfer, der durch die Dörfer und Städte zieht. Er umarmt die Verachteten der Gesellschaft. Er umarmt die Kranken. Er kümmert sich um sie, zeigt ihnen seine Wertschätzung. Denjenigen, dem die anderen nur gesagt haben: „Du bist nichts wert. Du bist selbst Schuld an deiner Lage“. Licht in der Dunkelheit. Licht in der Dunkelheit. Er geht von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt und heilt Krankheiten. Er befreit Leute von dämonischen Bindungen und Unfreiheit. Er durchbricht die Krankheit. Er durchbricht die scheinbar gegebenen Naturgesetze. Er durchbricht das scheinbar gottgegebene Gesetz, dass ich krank werde oder soziale Not leide, wenn ich Sünde in meinem Leben habe. Licht in der Dunkelheit. Licht in der Dunkelheit. Er hat offensichtlich göttliche Vollmacht, die kein anderer Mensch hat. Diese Vollmacht merkt man ihm an seiner Persönlichkeit an. Wenn er lehrt, sagen die Leute: „Das ist nicht einer wie unsere Gesetzeslehrer, sondern er lehrt, weil Gottes Vollmacht in ihm ist. So etwas haben wir noch nie gesehen oder gehört.“ Solche Dinge sagen die Menschen über Jesus. Licht in der Dunkelheit. Er zeigt, dass er die Macht über die Sünde, die Macht über die Trennung von Gott. Dass er die Macht hat über Krankheiten, über Bindungen, und selbst über die Naturgewalten. Licht in der Dunkelheit. Es war wirklich dunkel. Jesus bringt einen Lichtstrahl der Hoffnung. Einen Lichtstrahl in die Dunkelheit. Doch was passiert dann? Dunkelheit. Die religiöse Führerschaft sorgt dafür, dass dieser Jesus, dieses Licht in der Dunkelheit zum Tode verurteilt wird. Dunkelheit. Jesu Anhänger ertragen die damit verbundene Verfolgung nicht, sie verleugnen Jesus und verlassen ihn. Dunkelheit. Der Heilsbringer, - der Heiland -, der so offensichtlich Gottes Wort und Gottes Tat auf Erden vorgelebt hat, wird entwürdigt ans Kreuz genagelt und stirbt. Nicht nur von seinen Nachfolgern verlassen, sondern sogar in der Trennung von Gott. Düsterste Dunkelheit. Dunkelheit. Mit der Grablegung seines Leichnams wird auch die Hoffnung auf das Reich Gottes begraben. Darauf, dass die Gesetzlichkeit, Sünde, Krankheit, Bindungen, Unfreiheit überwunden sind und endlich eine gerechte Herrschaft Gottes geschaffen wird. Dunkelheit. Trauer und Fassungslosigkeit beherrscht die Jünger Jesu. Denn nicht nur der Meister und Lehrer Jesus ist tot, sondern auch eine hoffnungsvolle Lebensperspektive stirbt, so dass sie nach Jesu Tod, selbst wenn es nur zwei volle Tage, anfangen, sich zu zerstreuen. All das, was sie von Jesus gelernt haben, wird auf einmal bedeutungslos für sie. Sie wissen nicht mehr, was sie damit anfangen können. Dunkelheit. Die Ankündigung Jesu, dass alles so passieren musste und er von den Toten auch wieder auferstehen würde, haben sie entweder vergessen, oder es erschien ihnen als zu unglaublich. Was den Frauen aus dem Nachfolgekreis überlassen ist: der Leichnam Jesu muss noch konserviert, einbalsamiert werden, zum schönen Andenken. Aber Lebendiges ist nicht mehr da. Es ist Dunkelheit. Doch auf einmal kommt das Licht. Die Frauen kommen zum Grab und stellen fest, dass der Grabstein weggerollt ist. Was ist hier passiert? Hat jemand Jesu Leichnam geklaut? Ist er entwendet worden? Was ist passiert? Licht. Engel erscheinen und sagen, dass Jesus, wie er es vorausgesagt hat, von den Toten auferstanden ist. Licht. Jesus begegnet ihnen in der Nähe des Grabes persönlich. Sie können es nicht glauben und erzählen es den Jüngern. Auch die glauben es nicht. Zu viel Licht scheinbar. Das Licht wird stärker. Er geht zu den Jüngern und offenbart sich ihnen. Er erklärt ihnen anhand der Schriften, warum alles genau so passieren musste. Warum es wichtig war. Warum er sterben und sich ganz erniedrigen musste. Das Licht wird immer stärker. Und Jesus beauftragt seine Jünger, dass sie das Reich Gottes bauen sollen, so, wie er es ihnen gezeigt hatte. Und er bevollmächtigt sie gleichzeitig erneut – denn er hat sie ja schon einmal ausgeschickt – dass sie in der gleichen Vollmacht handeln können wie er. Licht. Die Trauer und Fassungslosigkeit der Jünger verwandelt sich in unbeschreibliche Freude, die zu einer nachhaltigen Triebfeder ihres Handelns wird. Die sie so nachhaltig verändert, dass das, vor dem sie noch am Gründonnerstag und Karfreitag zurück geschreckt sind, und Jesus verlassen haben, dass ihnen das gleiche angedroht wird und sie trotzdem sagen: „Nein, das können wir nicht verschweigen! Wir müssen so leben. Wir müssen das sagen und tun, weil wir es nicht mehr aus unserem Leben auslöschen können. Weil sonst nichts mehr da ist und das Licht dabei ist, unsere Dunkelheit zu vertreiben. Die Hoffnungslosigkeit, die Lieblosigkeit und Gesetzlichkeit.“ Licht. Das Reich Gottes bricht durch den Dienst der Jünger durch. Die frohe Botschaft verbreitet sich rasend schnell in der damaligen antiken Welt. Kranke werden geheilt. Gebundene Menschen werden befreit. Selbst Tote werden auferweckt. Armen wird geholfen. Hoffnungslosigkeit wird in Freude des Lebens verwandelt. Und das nicht nur in Jerusalem, sondern in der ganzen Welt. Licht. Jesus hat durch seinen Tod, durch seine Auferstehung die Begrenzung des menschlichen Lebens nachhaltig durchbrochen. Jesus sagt selbst in Offenbarung 1, 18: „Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit. Und ich habe die Schlüssel zum Tod und der Totenwelt.“ Jesus hat den Schlüssel dazu. Der Tod als Zeichen dessen, was kein Mensch überwinden kann. Das ist der Endpunkt jedes Menschen. Egal, wie reich, wie barmherzig oder wie auch immer wir gelebt haben. Jesus sagt: „Der Schlüssel ist in meiner Hand.“ Er hat die Begrenzung überwunden. Das ist Ostern. Und was bedeutet das für uns heutzutage? Dass wir genau in dieser Dimension des Lichtes leben können. Wir sehen nicht nur das Licht in der Dunkelheit, sondern wir haben das Licht. Ein Licht, das alle Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit vertreibt. Das bedeutet, dass wir sehen und selbst erleben, wie das Reich Gottes einbricht. Wie Hoffnungslosigkeit in Freude und Fülle des Lebens verwandelt wird, bei und selbst und bei anderen, wie Liebe Ablehnung und Hass überwindet, in unserem eigenen Leben und im Leben von Menschen um uns herum. Wie Armen geholfen wird, wie Kranke geheilt werden, wie gebundene Menschen befreit werden und last, but not least, wie Tote auferweckt werden. Das ist die Dimension, die Jesus in die Welt gebracht hat, - die Dimension, die vorher nicht da war, die punktuell immer mal wieder passiert ist, jetzt aber flächendeckend da ist für diejenigen, die an Jesus glauben. Jesus sagt (Johannes 11, 25): „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“ Jesus ist die Auferstehung und das Leben. Nicht der Tod, sondern das Leben. Wie können wir da hinein kommen? Ganz einfach: Wir müssen Jesus glauben. Und was heißt wiederum „Glauben“? Das ist ja ein Wort, das ziemlich viel heißen kann. Es heißt: Jesus zu vertrauen in allen Bereichen meines Lebens. Und: Bereit zu sein, das zu tun, was er sagt. Jesus zu glauben und zu vertrauen heißt nicht, seine Worte für eine tolle Lehrmeinung zu halten, nach der wir alle gut zusammenleben können. Nein. Das hat nichts mit dem zu tun, was Jesus meinte und wollte. Das heißt: Ihm vertrauen. Vertrauen ist ein Wort aus einer Beziehung heraus. Nicht aus einer Lehrmeinung heraus. Das heißt, ihm vertrauen, mit ihm eine Beziehung zu haben und das zu leben, was er in und durch unser Leben tun möchte. Das sind genau diese Dimensionen, die ich vorhin beschrieben habe: diese Dimensionen des Lichts aufleben und sichtbar werden zu lassen. Das Ganze ist natürlich abenteuerlich, das gebe ich zu. Ich glaube, hier sitzt niemand, der schon einmal jemanden von den Toten auferstehen gesehen hat. Oder liege ich da falsch. Ich meine, das gibt es ja heutzutage auch, aber… Wir sind leicht versucht, das anzuzweifeln, dass diese Auferstehung stattgefunden hat. Der Verdacht liegt nahe, dass diese ganzen österlichen Ereignisse erstunken und erlogen sind. Paulus schreibt gerade zu dieser Frage etwas ganz Interessantes. Im 1. Korinther 15, 17ff lesen wir: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden. Und auch die im Vertrauen auf Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.“ Was tun wir also? Ich denke, wir sollten akzeptieren und glauben – wenn auch zunächst nur mit unserem Verstand –, dass es wahr ist, was Jesus getan hat. Und wir entscheiden uns, uns nicht von der Dunkelheit der Welt negativ beeinflussen zu lassen. Denn diese Dunkelheit ist ja immer noch da. Sie ist ja nicht weg. Und wenn wir dann erleben, dass diese Wahrheit uns verändert, wenn wir erleben, wie andere um uns herum verändert werden und wir die Liebe und die Kraft Gottes an anderen und in uns selber spüren, haben wir schon mehr Beweise, als wir brauchen. Denn dann stimmt es. Dann war es wahr, was Jesus gesagt hat. Und das ist das Spannende. Natürlich bedeutet, diesen einen Schritt zu gehen, das zu glauben und an sich heran zu lassen, es zuzulassen, dass diese verändernde Kraft, diese verändernde Liebe Gottes an mir persönlich wirksam und durch mich an anderen wirksam wird. Das ist der Schritt, den ich selbst gehen muss. Und dann fällt es uns leicht, das zu tun, was Jesus gesagt hat. Auch wenn wir nicht alles verstehen. Aber wir haben gemerkt: Was Jesus sagt, bringt Fülle in unser Leben. Was Jesus sagt, nimmt die Leere hinweg. Was Jesus sagt, nimmt die Dunkelheit hinweg, und bringt Licht in unser Leben. Jesus sagt selbst, dass von denen, die an ihn glauben, Ströme lebendigen Wassers fließen werden. Nicht nur ein kleines Rinnsal, sondern Ströme. Ich denke manchmal, ich brauche all dieses Wasser schon für mich und es reicht eh nicht. Aber Jesus hat verheißen: So viel lebendiges Wasser, dass da Ströme von mir fließen werden. Dass so viel Licht, so viel Lebendigkeit, so viel Fülle für uns da ist. Das können wir nur erfahren, wenn wir uns auf ihn einlassen. Wenn wir uns schon auf ihn eingelassen haben, ist sicher die Herausforderung, uns immer mehr auf ihn einzulassen. Und auch das ist ein Prozess. Da die wenigsten von uns gleich wirklich 100 Prozent mit ihm leben. Aber es lohnt sich. Jesus zu glauben und in den Dimensionen des Lichts zu leben, in den Dimensionen des Reichs Gottes. Es ist nicht so, dass nur in der Bibel steht, dass Menschen von Krankheiten geheilt werden. Dass Menschen Hoffnung und Perspektive kriegen, weil sie Gott begegnen. Sondern die Meisten von uns haben schon selbst erlebt, und wir erleben es ständig um uns herum. Ich denke, es ist wichtig, wenn Du an diesem Punkt stehst, wo du nicht weißt, ob Du ihm glauben kannst, dass Du diesen Schritt einmal wagst. Wenn es nicht funktioniert, kannst Du immer noch einen Schritt zurückgehen. Wenn Du denkst, dass der Typ in der Vineyard Hamburg-Altona gesagt hat, war alles Humbug. Amen |